NO-OS-Strategy

In den letzten Wochen sind immer wieder Meldungen von Windows aufgetaucht, in denen von Inkompatibilitäten bzgl. Updates geschrieben wurde. Da liegt es natürlich nahe, sich andere Betriebssysteme anzuschauen oder einen ganz anderen Weg einzuschlagen – die NO-OS-Strategy, oder No-Operating-System-Strategy.

NO-OS

Werden die alltäglichen Aufgaben am PC eines Otto-Normal-Verbrauchers betrachtet, stehen dort in der Regel folgende Tätigkeiten:

  • YouTube
  • Streamingdienste wie Netflix und Co.
  • Dokumentverwaltung
  • E-Mail
  • Kalender
  • Chat über Messengerdienste
  • Internetrecherche für Urlaub etc.
  • Musikdienste

Für all diese Dinge ist ein festes Betriebssystem völlig überflüssig, denn diese Aufgaben können ohne Probleme mit Webdiensten im Netz erledigt werden. Will der User ein Komplettpaket, bieten die großen Drei (Google, Windows und Apple) diverse Schnittstellen an, um alles in einem System zu halten. Selbstverständlich muss jeder für sich entscheiden, ob alle Daten in die USA wandern dürfen. Hier lohnt sich ein Blick in die AGBs. Doch im Grunde ist es kein Problem, alles so auszulagern, dass es irrelevant ist, an welchem Computer in welchem Land zu welcher Zeit der Nutzer sitzt. Gestreamt wird direkt im Browser, im nächsten Tab bearbeitet man eine Brief und ein anderer Tab bearbeitet die Steuererklärung.

Open-Source Nextcloud

Soll es lieber ein eigenes Cloudsystem sein, kosten kleinere, gemietet Webspaces auch in Deutschland aktuell nur ein paar Euro im Monat. Installiert wird dann Nextcloud, eine Weiterentwicklung von OwnCloud, welche immer mehr Funktionen erhält. Damit ist es möglich, Dokumente, Kalender, Kontakte, E-Mail und Aufgaben innerhalb eines eigenen Systems zu verwalten – alles im Webbrowser wie Firefox oder Chrome. Das Ergebnis: Alle Daten sind über das Netz vorhanden, jederzeit aktuell und sicher verwahrt inkl. Backup!

Offline

Eine Extremsituation: der User ist Offline! Hier eignen sich die unterschiedlichsten Synch-Clients. Das sind kleine Programme, welche die Cloud-Daten auf den Computer laden und jederzeit aktuell halten. Wird ein Dokument verändert und gespeichert, kümmert sich der Synch-Client darum, dass die Veränderung bei bestehender Internetverbindung auf den Server geladen wird. Dieses Prinzip ist bei allen Diensten gleich und es gibt in der Regel für alle Betriebssysteme einen gut funktionieren Synch-Client. Aber unterm Strich: in den drei Stunden Zugfahrt wird einfach mal ein Buch gelesen, Musik gehört oder geschlafen!

Besondere Aufgaben

Doch es gibt auch Grenzen der NO-OS-Strategy. Foto- und Videobearbeitung! Dabei werden großen Datenmengen von A nach B geschoben und die Frage des Datenschutzes ist noch wichtiger. Denn nicht jeder will die privaten Strandbilder vom letzten Spanien-Urlaub in irgendwelche Cloudservices schieben. Hier gibt es für die reine Foto- und Videobearbeitung diverse kostenlose Software, allen voran Darktable. Die Videobearbeitung übernimmt Da Vinci und lässt dabei keine Wünsche offen. Es ist ebenfalls für Windows, Apple und Linux verfügbar. Hier wird also auch deutlich, dass es auch bei größeren Projekten irrelevant ist, welches System gerade genutzt wird. Auch für Fotobücher gibt es mittlerweile Clients, welche auf allen Betriebssystemen ohne Probleme laufen (z.B. der CEWE-Client).

Fazit

Heutzutage ist es irrelevant, welches Betriebssystem genutzt wird. Für alle alltäglichen Aufgaben bieten diverse Hersteller meist kostenlose oder sehr günstige Lösungen an. Mit ein wenig Einarbeitung ist es sogar möglich, komplett unabhängige System aufzubauen und die allgemein gültigen Schnittstellen für Kalender, E-Mail und Kontakte bringen alle Daten auf alle das Handy. Daher stellt sich die Frage: Warum ein Betriebssystem wählen, welches immens überteuert mit Hardware angeboten wird (Apple) oder ein System, welches alle paar Wochen mit diversen Fehlermeldungen im Netz die Runde macht (Windows). Bitte nicht falsch verstehen: Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile! Doch für den täglichen Gebrauch ist Linux auf abgestimmter Hardware mit Firefox oder Chrome vollkommen ausreichend und dazu noch kostenlos und wesentlich sicherer! Mit gebrauchter Hardware ist es heute kein Problem, einen vollwertigen Computer ohne Updatestress und Anbieterabhängigkeit für 400 € zu erwerben. Wer Linux nicht mag, besorgt sich günstige Windows-Geräte oder gebrauchte Macs, welche ebenfalls alle Arbeiten ohne Probleme bewerkstelligen. Ein Umzug von einem System zum Anderen ist damit obsolet, denn die Schnittstellen werden einfach übertragen und die Services im Web aufgerufen. Und der User ist sofort wieder arbeitsfähig!

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