Smart Home mit openHab

Weit verbreitet

Das Smarte Home steht in aller Munde, die digitalen Messen sind voll davon und es gibt sogar schon eine ganz eigene. Doch leider bieten nicht alle Hersteller ein günstiges Komplettpaket an. Hier gibt es bunte Lampen zum schmalen Taler, dort tolle Steckdosen und Türkameras. Dazu kommen dann die vielen Apps für das Smartphone, verschiedene Oberflächen und gern noch der Cloud-Zugang mit E-Mailadresse und Handynummer. Wozu letzteres dienen soll ist mir persönlich ein Rätsel, smarter macht es mein zu Hause dadurch nicht. Und auch die Frau ist schwer davon zu überzeugen, Betriebskosten von mehreren hundert Euro pro Jahr einzusparen – dazu müsse sie nur diese acht Apps benutzen. Nein, dass muss auch anders gehen!

openHab vereint

Die kostenlose Software openHab ermöglicht es, viele verschiedene Hersteller von smarten Geräten unter einer Oberfläche zu vereinen. Selbst Alexa ist mit dabei, welche gut konfiguriert alle eigenen Routinen und Regeln per Sprache steuern kann. Zudem ist der Nutzer Herstellerunabhängig. Das bedeutet, es muss nicht die 30 € teure Funksteckdose von Hersteller XY sein. Es reicht auch das Dreierpack von Brennenstuhl, welches mit dem richtigen Hauscode und einem kleinen Draht auch über mehrer Stockwerke nutzbar wird. Kombiniert mit smarten Lampen kann der Hausbewohner mit einem Sprachbefehl Lampen, Steckdosen und sogar den TV per Infrarotschnittstelle ausschalten.

Wirklich Smart mit Regeln

Natürlich kann openHab noch mehr. Über Regeln können beim Eintreten gewisser Aktionen widerum Aktionen ausgeführt werden. Es ist mögilch, den Router zu verbinden, um zu prüfen, wann ein Smartphone respektiver der Besitzer das Haus betritt oder verlässt. Sind z.B. keine Bewohner zu Hause, sollen alle Lampen ausgeschaltet und die Heizungen zugedreht werden. Sobald ein Bewohner das Haus betritt, sollen entsprechende Lampen und Heizungen angeschaltet werden. Es ist auch möglich, Fenster abzufragen und eine E-Mail zu schreiben, wenn ein Fenster geöffnet wird, ohne das ein Bewohner zu Hause ist. Die Szenarien sind unbegrenzt!

Einarbeitung nötig

Das klingt alles zu schön, um wahr zu sein. Herstellerunabhängige Lösungen, günstige Alternativen zu den teilweise sehr teuren Geräten der großen Hersteller und kein Datenstress. Doch openHab muss erst eingerichtet werden. Dazu gehört die Anschaffung eines RaspberryPi 3B oder höher (ca. 40 €) und viel Zeit! Auch die Akteure, z.B. Thermostate und smarte Lampen, und Sensoren müssen gekauft und eingerichtet werden. Das Wichtigste ist ein vorhandenes Binding oder Addon. Von der openHab-Community programmierte Schnittstellen, welche mit Akteuren kommunizieren und alle Informationen für openHab aufarbeiten. Mittlerweise sind viele Bindings vorhanden, welche dauerhaft aktualisiert werden. Hier kann geprüft werden, ob es für die entsprechenden Geräten bereits eine Möglichkeit der Verbindung gibt. Dazu kommt noch die Programmierung von Rules, Things, Items usw. All diese Dinge müssen zunächst erlernt und umgesetzt werden. Wer Programmier- und Netzwerkerfahrungen hat, kommt schnell damit zurecht. Fehlen diese Kenntnisse, ist es sehr zeitaufwendig.

Motivation

openHab ist eine großartige Möglichkeit, viele Hersteller von Smarten Geräten zu vereinen. Am Ende hat der Bewohner eine App, eine Oberfläche und eine Anlaufstelle, alles einzustellen und zu programmieren. Die Rules bieten schier unendliche Möglichkeiten, alle Geräte auf das Leben der Einwohner hin anzupassen. Das Ergebnis: effizienter heizen und geringerer Stromverbrauch. Ich persönlich hatte nach der Anschaffung von smarten Heizungsthermostaten jedes Jahr Betriebskosteneinsparungen von über 200 €! Damit haben sich die Anschaffungskosten bereits nach dem zweiten Jahr amotisiert. Von daher: Wer die Einarbeitung nicht scheut, sollte sich dieses Projekt unbedingt einmal anschauen!

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